Das Gänseblümchen – Schnöde Allerweltspflanze?

Gänseblümchen. Ich meine nicht die kultivierten Gänseblümchen, die es in allen möglichen bunten Farben in der Gärtnerei des Vertrauens gibt. Ich meine das schnöde Allerwelts-Gänseblümchen (Bellis perennis), das uns auf Wiesen, am Wegesrand und im Garten begegnet. Es gehört einfach dazu und ist da. Überall. Es ist sogar so überall da, dass einige es mit Herbiziden bekämpfen, weil es den Rasen vermeintlich unschön verunstaltet. Wer weder Herbizide noch das Gänseblümchen duldet, rückt ihm anders zu Leibe. So geht es los, in gebückter Haltung und mit scharfem Werkzeug, knapp oberhalb der Rasenfläche wird gesucht, gefunden und ausgestochen. Mit Blüte, Blatt und Wurzel geht es ab auf den Kompost oder in die Tonne.

Doch Moment mal: Ist es wirklich so langweilig und lästig, nur weil wir es oft um uns herum haben?

WieseGaensebluemchen
Das Gänseblümchen wächst häufig auf Wiesen und auf Rasenflächen im Garten © Franziska Becker

Blüten das ganze Jahr

Wenn im Spätsommer und im Herbst andere Pflanzenarten das Blühen längst eingestellt haben, strahlt uns das Gänseblümchen von Rasenflächen oder aus Fugenspalten entgegen. Es hält sogar Temperaturen von unter 5 °C aus und blüht unermüdlich, obwohl schon längst widrigste Bedingungen herrschen.

Der mehrjährige Korbblütler stellt keine großen Ansprüche an seinen Standort. Eine Anpflanzung im Topf ist problemlos möglich. Das Gänseblümchen ist robust und übersteht mäßige Trockenheit, kühle Temperaturen und Nässe. Selbst der lichte Schatten unter Gehölzen hält es nicht davon ab, Wurzeln zu schlagen.

Nützlich oder was?

Eindeutig: Nützlich! Aus Sicht der Heilpflanzenkunde ist es sogar so nützlich, dass es zur Heilpflanze des Jahres 2017 ernannt wurde. Auch für unsere Insekten ist es mehr als nützlich, es ist überlebenswichtig! Wir können vor allem Tag- und Nachtfalterarten, Schwebfliegen, Florfliegen und Wildbienen an den weißen Blüten mit gelber Blütenmitte entdecken. Nektar und Pollen bietet nämlich auch das Gänseblümchen. Zugegebenermaßen: Viele andere Pflanzenarten bieten einen höheren Nektar- und Pollengehalt. Doch die lange Blütezeit und das Vorkommen von meist vielen Gänseblümchen an einem Standort machen es zu einer wertvollen Nahrungsquelle. Außerdem wird es von unterschiedlichen Nachtfalterarten als Futterpflanze für die Raupen gebraucht. Und die unauffälligen, aber schönen Nachtfalter bekommen wir schließlich erst zu Gesicht, wenn genügend Futterpflanzen für die Raupen da sind.

Einige sehr gute Argumente, die das Gänseblümchen ziemlich sympathisch machen, oder?