Der Ruprechts-Storchschnabel mag es schattig

Der Ruprechts-Storchschnabel (Geranium robertianum) ist eine weitere einheimische Pflanze, die es gerne schattig mag. An den schattigen Standorten wachsen meist weniger Pflanzenarten, sodass die Konkurrenz geringer ist und kahle Bodenstellen deshalb in kürzerer Zeit bewachsen werden können. Als erstes treiben die feinen und fiederspaltigen Blätter aus. Sie befinden sich an Pflanzenstielen, die aus einem knotigen Mittelpunkt heraus wachsen, der sich oberhalb des Erdbodens befindet.

BlätterRuprechts-Storchschnabel
Die Blätter vom Ruprechts-Storchschnabel sind fein gefiedert © Franziska Becker
MittelpunktRuprechts-Storchschnabel
Gut zu erkennen ist der knotige Mittelpunkt, aus dem die Pflanzenstiele wachsen © Franziska Becker

Entdecken können wir den Ruprechts-Storchschnabel im Garten und an Wegesrändern. Bevor die Blüten sichtbar sind, ist er recht unscheinbar. Doch ab April, wenn er mit seinen hellvioletten bis rot-violetten Blüten blüht, ist er kaum zu übersehen. Die Blüten sind für unterschiedliche solitäre Wildbienen, Käfer und Schwebfliegen eine wertvolle Nektar- und Pollenquelle.

Fünf Merkmale an denen wir den Ruprechts-Storchschnabel erkennen

Der knotige Mittelpunkt, die fiederspaltigen Blätter und die hellvioletten bis rot-violetten Blüten sind bereits drei wichtige Erkennungsmerkmale. Doch an zwei weiteren Eigenschaften können wir ihn noch erkennen: Die Farbe seiner Blätter und Blattstiele an sonnigen Standorten und sein Duft.
Das Sattgrün der Pflanzenteile ändert sich an sehr sonnigen Standorten in eine rötliche Farbe. Sie leuchten förmlich rot. Besonders bei jungen Pflanzen ist dieses Phänomen zu beobachten. Es dient den frisch entwickelten Blättern als Schutz vor zu starker Sonneneinstrahlung. Aber auch etablierte Pflanzen können leuchtend rote Blätter und Pflanzenstiele entwickeln. In diesem Fall sollte ein schattigeres Plätzchen gewählt werden. Pflanzen wir sie um, wird uns ein herber Duft um die Nase wehen. Diesem Duft verdankt der Ruprechts-Storchschnabel seinen weiteren Namen: Stinkender Storchschnabel. Da die Blätter und Blattstiele mit feinen Drüsenhärchen besetzt sind, verströmt die Pflanze bei Berührung diesen ziemlich herben Duft.

DrüsenhaareRuprechts-Storchschnabel
Rötliche Pflanzenstiele und Drüsenhaare sind zwei weitere Erkennungsmerkmale © Franziska Becker

Gehen wir auf Entdeckungstour und halten Ausschau nach dem schönen Ruprechts-Storchschnabel. Lassen wir ihm einen Platz in unseren Gärten und in den Töpfen auf dem Balkon. Wir fördern damit die Vielfalt und können zugleich schattige Standorte begrünen.