Eichengallen – kugelige Gebilde an den Eichenblättern

Mit heruntergefallenem Herbstlaub können wir nicht nur Pflanzenarten bestimmen, sondern auch Insektenarten entdecken! Denn das, was aussieht, wie ein Kartoffelprodukt, ist die Behausung einer winzig kleinen Wespe. Die runden Auswüchse befinden sich hierbei an einem Eichenblatt und werden als Eichengallen bezeichnet. Verantwortlich dafür sind Gallwespen. Hierzu zählen unterschiedliche Gallwespenarten, die Eichen für ihre Entwicklung brauchen. Einige Eichengallen bilden sich als flache große Gebilde aus, andere sind eher klein und rund. Denn je nach Gallwespenart wird eine eigene spezifische Form gebildet.

Eichengallen – Entstehung und Entwicklung

Die weiblichen Gallwespen legen im Sommer ihre Eier in die Blattadern ab. Schlüpft die Larve reagiert die Eiche mit erhöhtem Zellwachstum an den Blättern und lässt diese interessanten Wuchsformen entstehen. Besonders der Speichel der Larve ist nach neuestem Stand der Kenntnis dabei verantwortlich für die Gallenbildung. Diese Auswüchse sind ideal für die kleine Larve. Denn die Eichengallen bieten einen gewissen Schutz. Eine Larve bewohnt dabei jeweils eine Eichengalle. Die Entwicklung vom Ei bis zur erwachsenen Gallwespe dauert mehrere Monate. Sofern sie nicht von einer anderen Insektenart parasitiert und ihr ihre Behausung streitig gemacht wurde. Als Nahrung während des Larvenstadiums dienen ihr Pflanzensäfte. Die Larve verpuppt sich im Herbst und überdauert dort einen Großteil des Winters.

Gallwespen – Zwei Generationen pro Jahr

Nach der Verpuppung schlüpft das erwachsenes Insekt im Frühjahr des darauffolgenden Jahres. Aus dieser Wintergeneration schlüpfen rein weibliche Gallwespen. Sodann legen sie ihre Eier an die Zweige und Knospen der Eichen. Die dort entstehenden Gallen sind klein und eher unscheinbar. In ihnen entwickeln sich die Larven von männlichen und weiblichen Gallwespen, die im Frühling als Imago schlüpfen. Sie paaren sich, woraufhin die weiblichen Gallwespen wiederum Eier in die Blattadern der Eichenblätter legen.
Große und runde Auswüchse an den Eichenblättern bilden die Gemeinen Gallwespen (Cynips quercusfolii) aus. Das ist eine der am häufigsten vorkommenden Arten in unseren Gefilden. Das erwachsene Insekt wird 3 bis 9 mm groß.

Auch wenn die Eichengallen ganz imposant aussehen, schaden sowohl die Gallwespen, als auch die Eichengallen den Pflanzen in der Regel nicht. Neben den Rosengallen an Wildrosen können wir im Herbst und Winter also auch an heruntergefallenem Laub spannende Beobachtungen, wie diese Eichengallen machen!

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