Allmählich wandelt sich das satte Grün der Laubblätter in ein buntes Farbenmeer. Von hellem gelb, über orange bis hin zu dunklem Rot sind alle Farben dabei. Schon seit Ende August kann man erste gefärbte Laubblätter an den Bäumen entdecken. Doch wieso verfärben sich Laubblätter eigentlich im Herbst?
Herbstlaub – Schön mit Sinn
Pflanzen können mit dem grünen Farbstoff, dem Chlorophyll in den Blättern, Photosynthese betreiben. Dieser Stoff absorbiert das Sonnenlicht, das aus den uns bekannten Regenbogenfarben besteht. Das grüne Licht wird hierbei reflektiert, wodurch uns die Blätter grün erscheinen. Dieses Chlorophyll wird im Herbst von den Pflanzen abgebaut und in den Ästen und anderen Pflanzenteilen eingelagert. Denn eine Photosynthese im kalten Winter bei einer geringen Sonnenscheindauer und -intensität ist zu ineffizient. Startsignal für den Abbau des Chlorophylls in den Blättern bilden die kühlen Temperaturen und die kürzer werdenden Tageslängen im Herbst. Dadurch werden andere Farbstoffe, die in den Blättern enthalten sind, sichtbar. Dazu zählen beispielsweise Carotinoide, die für die orange-gelbe Färbung verantwortlich sind oder Anthocyane, die für die rote Laubfärbung sorgen. Bevor die Blätter abgeworfen werden, lagern die Pflanzen zudem Stoffe ein, die sie nicht mehr brauchen oder die als Stoffwechselprodukte entstehen. Die im Herbst abgeworfenen Laubblätter sind übrigens kein „Abfallstoff“, sondern wertvoller Rohstoff! Denn Bodenlebewesen wie Regenwürmer, verwandeln die Laubhaufen in wertvollen Humus. Bodenmikroorganismen setzen durch weitere Umbauprozesse essentielle Pflanzennährstoffe frei. Laubhaufen sind also mehr als nützlich: sie dienen als Isolationsschicht für den Boden, Überwinterungsmöglichkeit für Tiere und als wertvolle Nährstoffzufuhr für die Pflanzen.
