Honigbiene vs. Wildbiene – Erkennen und bestimmen

Wenn im Sommer die blütenbesuchenden Insekten an den unterschiedlichen Blüten umherfliegen, stellt sich häufig die eine Frage: Honigbiene oder solitäre Wildbiene? Und woran erkennt man eigentlich, um welches Insekt es sich handelt?

Honigbiene Wildbiene Vergleich
Honigbiene und Wildbiene im Vergleich © Franziska Becker

Merkmale der Honigbiene

Die Gattung der Honigbienen umfasst weltweit neun Arten. In unseren Breitengraden ist es vor allem eine Art, die von den Imkern und Imkerinnen als Nutztier gehalten und umsorgt wird: die Westliche Honigbiene (Apis mellifera).
Da es sich um eine Art handelt, die wir in unseren Gefilden an den Blüten entdecken können, ist das Erscheinungsbild einzelner Individuen gut zu bestimmen. Die Honigbienen-Arbeiterinnen, die zum Nektar- und Pollensammeln den Bienenstock verlassen, sind zwischen 1 cm und 1,3 cm groß. Ihre Grundfärbung ist bräunlich mit gelben oder orangefarbenen ersten Hinterleibssegmenten. Honigbienen haben bewimperte Facettenaugen und einen markanten Sporn an den Hinterbeinen. Alle Arbeiterinnen besitzen einen Giftstachel, den sie bei einer für sie bedrohlichen Lage einsetzen.

Honigbiene im Vergleich
Der Sporn am Hinterbein als Erkennungsmerkmal © Franziska Becker

560 Wildbienenarten in Deutschland

Im Gegensatz zu der Honigbiene, mit ihrem vergleichsweise einheitlichen Erscheinungsbild, stehen die über 560 Wildbienenarten, die es in Deutschland gibt. Sie leben wild und werden nicht vom Menschen gehalten oder umsorgt. Ihr Erscheinungsbild ist so vielfältig, wie die Anzahl der Arten.

Die 560 Arten können in sechs große Familien eingeteilt werden: Andrenidae (Sandbienenartige), Apidae (Echte Bienen), Colletidae (Seidenbienenartige), Halictidae (Furchenbienenartige), Megachilidae (Blattschneiderbienenartige) und Mellitidae (Sägehornbienenartige). Innerhalb dieser Familien werden einzelne Gattungen unterschieden, beispielsweise die Sandbienen (Andrena), die Furchenbienen (Halictus und Lasioglossum) oder auch die Maskenbienen (Hylaeus). Insbesondere die Gattungen haben markante Merkmale, sodass eine Bestimmung auf Gattungsebene im Feld möglich ist.

Wildbienen bestimmen

So haben die weiblichen Wildbienen, die zur Gattung der Furchenbienen zählen, eine Längsfurche am letzten Hinterleibssegment. Maskenbienen weisen eine maskenähnliche, weiße bis gelbliche Gesichtszeichnung auf. Innerhalb dieser Gattungen ist die Bestimmung auf Artebene meist nicht ganz so einfach. Allein die Gattung der Maskenbienen weist über 30 heimischen Arten auf. Doch auch mit der Kenntnis über die vorkommenden Wildbienen-Gattungen, können wir durch die Förderung oder Anpflanzung bestimmter Pflanzen und den Erhalt von Nistmöglichkeiten diesen Wildbienen gezielt helfen!

Ist vom sogenannten „Bienensterben“ die Rede, so sollten wir im Blick behalten, dass die über 560 heimischen Wildbienenarten gefährdet und teils sogar vom Aussterben bedroht sind. Die Westliche Honigbiene (Apis mellifera), in der Obhut des Imkers und der Imkerin, genießt eine Umsorgung und gezielte Behandlung im Falle eines Befalls mit Parasiten oder anderer Erkrankungen. Auch können die Beuten an unterschiedliche Standorte transportiert werden, sodass die Honigbiene genügend Nahrung findet. Die Wildbienenarten hingegen sind standortgebunden und meist spezialisiert auf bestimmte Pflanzenarten. Wollen wir die Artenvielfalt der Wildbienen erhalten, so unterstützen wir das Vorkommen einer großen Pflanzenvielfalt und fördern den Erhalt des Lebensraumes für die Wildbienen!

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