Lebenselixier Wasser – Trinkstellen für Insekten

Besonders bei warmen Temperaturen und an heißen Sommertagen, wie sie aktuell der Fall sind, reicht es meist den Insekten nicht aus, ihren Durst über Nektar zu stillen. Die Sonne hat kleinste Pfützen bereits ausgetrocknet und an großen Wasserstellen droht ihnen das Hineinfallen. Kleine Trinkstellen stellen deshalb eine einfach umsetzbare Insekten-Wassertankstelle dar.

Trinkstellen als selbstgebaute Wassertankstelle

Um den Insekten eine geeignete Wassertankstelle zu bieten, braucht es kein großes Equipment. Es reichen ein Tontopf, ein Tontopfuntersetzer, Moos und natürlich frisches Wasser. Wahlweise können auch noch Steine hineingetan oder – je nach Größe – auch ein kleiner Stock als Landeplatz, aber das ist optional. Bei einer kleinen Trinkstelle haben die Käfer, Wildbienen und Wespen einen sicheren Halt durch das Moos. Außerdem speichert das Moos das Wasser, sodass es nicht so schnell verdunstet. Je nach Insektenart und Temperatur tragen sie das Wasser zum Nest oder trinken es selber. Die erhöhte Position, mit dem Tontopfuntersetzer auf dem verkehrt herum stehenden Tontopf, macht die Wasserstelle für die Insekten leichter auffindbar. So können diese auch zwischen höhere Pflanzen in die Pflanztöpfe gestellt werden. Sogar auf dem Balkon! Bei Bedarf werden die Trinkstellen einfach mit frischem Wasser nachgefüllt.

Trinken, kühlen und mehr

Aber nicht nur für das eigene Durststillen sind die Wasserstellen wichtig. Einige Insekten nutzen das Wasser, um ihre Nester zu kühlen. So zum Beispiel Wespenarten, wie die Haus-Feldwespe (Polistes dominula) und die Deutsche Wespe (Vespula germanica). Sie nehmen gezielt Wasser auf, pusten es am Nesteingang oder auf den Waben wieder heraus und erzeugen durch schnellen Flügelschlag Verdunstungskälte. Auch solitäre Wildbienenarten, wie die Rote Mauerbiene (Osmia bicornis) sind auf das Nass angewiesen. Sie benötigen das Wasser, um trockene Erde oder Lehm für ihre Nistverschlüsse zu erweichen. Dafür nehmen sie Wasser auf, fliegen zur trockenen Erde und pusten das Wasser darauf, um den Boden aufzuweichen. Daraufhin kneten sie diesen mit ihren Mandibeln zu kleine Lehmkügelchen. Zusammen mit ihrem Speichel stellen sie so eine Art Mörtel für den Verschluss ihrer Nistkammern her. Der Speichel wirkt wie eine Art Klebstoff, Wasser dient dabei als „Weichmacher“ für die Erde.

Besonders wenn es sommerlich heiß ist oder längere Zeit Trockenheit herrscht, ist das Anbieten von frischem Wasser auch für Insekten überlebenswichtig. Dafür große Wasserstellen mit Stöckchen und Steinen sichern und kleine Trinkstellen mit Moosen für Insekten aufstellen, um ihnen eine sichere Wasseraufnahme zu ermöglichen.

You cannot copy content of this page