Maulwürfe leben als Einzelgänger im Verborgenen. Sie fallen erst so richtig auf, wenn ihre großen Erdhügel auf einer Wiese sichtbar werden. Doch wie leben Maulwürfe eigentlich genau? Und was machen sie im Winter?
Maulwürfe – geschützte Einzelgänger
Der Maulwurf gehört zur Familie der Maulwürfe (Talpidae). In unseren Gefilden lebt aus dieser Familie nur der Europäische Maulwurf (Talpa europaea). Er ist Insektenfresser und damit verwandt mit Igeln und Spitzmäusen. An Beetpflanzen ist er nicht interessiert. Eher an Regenwürmern, Schnecken oder Larven, die unter der Grasnarbe leben. Der nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützte Einzelgänger gräbt in den warmen Sommermonaten in einer Tiefe von 20 bis 30 cm nach Nahrung und um eine ausreichende Sauerstoffzufuhr im Gangystem zu gewährleisten. Für die Vorratskammern und Wohnkessel gräbt er auch schonmal bis zu 80 Zentimeter in der Tiefe. In den Wohnkesseln schläft er und zieht sich zurück. Weich ausgepolstert mit Moos, Gräsern und Laub wird hier auch im Frühjahr der Maulwurf-Nachwuchs großgezogen.
Maulwürfe im Winter
Genau wie im Sommer haben sie sich einen Nahrungsvorrat angelegt. Liegen die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und friert es bis in die oberen Bodenschichten, kann das dem Maulwurf für gewöhnlich nichts anhaben! Denn Maulwürfe graben dann einfach tiefere Gänge, deshalb entstehen zu dieser Zeit häufig diese vielen neuen Maulwurfshügel. Die bevorzugte Maulwurf-Nahrung im Winter sind Regenwürmer, die ziehen sich bei kalten Temperaturen schließlich auch weiter tiefer in die Bodenschichten zurück. Die Gangsysteme, mit den Vorrats- und Schlafkammern, können dann in bis zu 1 Meter Tiefe liegen!
Sind es dagegen besonders nasse und mildere Winter, so graben sie nicht unterirdisch, sondern lassen eine sogenannte Maulwurfsburg entstehen. Das ist quasi ein Maulwurfshügel in der XXL-Ausführung. In diesem oberirdischen Erdhaufen ist er vor durchnässten oder unter Wasser stehenden Böden, sowie einem ansteigenden Grundwasserspiegel geschützt. Der Maulwurf hält sich so lange in seiner Maulwurfsburg auf, bis er sich wieder in unterirdische Gänge zurückziehen kann.
Maulwürfe halten im Winter also keinen Winterschlaf. Sie graben sich einfach tiefer in den Boden bei kalten Temperaturen oder legen eine sogenannte Maulwurfsburg an, wenn die Witterung sehr nass ist. Die Hügel entstehen durch den Aushub und um seine Gangsysteme mit Sauerstoff zu versorgen.
