Schwebfliegen – Meister der Tarnung

Schwebfliegen scheinen auf den ersten Blick gemeingefährliche Insekten zu sein mit ihrer meist schwarz-gelb gestreiften Färbung, ähnlich der von Wespen. Doch das ist alles nur Tarnung, denn die als Mimikry bezeichnete Färbung dient dem Schutz vor Fressfeinden. Im Gegensatz zu Bienen und Wespen haben Schwebfliegen keinen Stachel und sind nicht gefährlich, sondern überaus nützlich. Eindeutig zu erkennen sind sie an ihrem Flugverhalten. Sie schaffen es sogar im Flug in der Luft ganz ruhig zu stehen, als würden sie schweben. Ihr Name ist also Programm.

Von der Eiablage bis zur geschlüpften erwachsenen Hainschwebfliege

Von den über 450 unterschiedlichen Schwebfliegenarten in Deutschland begegnet uns sehr häufig die Hainschwebfliege (Episyrphus balteatus). Schon im Frühling können wir sie dabei beobachten, wie sie zielstrebig Pflanzen sucht, die von Blattläusen befallen sind. Hier legt sie gezielt ihre Eier ab.

Schwebfliege3
Die Hainschwebfliege legt gezielt ihre Eier an mit Blattläusen befallenen Pflanzen ab © Franziska Becker

Nach einigen Tagen schlüpft die Larve aus dem Ei. Sie ist recht unscheinbar, fast durchsichtig und nur 0,5 cm groß. Sie verbringt rund zwei Wochen in diesem Stadium als Larve und vertilgt in dieser Zeit mehrere hundert Blattläuse.

Schwebfliege1
Als Larve vertilgt die Hainschwebfliege hunderte von Blattläusen © Franziska Becker

Hat sich die Larve gut entwickelt verpuppt sie sich. Die Puppe ist oval-spitz und meist grünlich-gelb-braun gefärbt. Für die Verpuppung werden Stellen gesucht, die fernab der Pflanzen liegen, an denen sich die Blattläuse befinden.

Schwebfliege4
Die Larve verpuppt sich in einer meist grünlich-gelb-braun gefärbten Puppe. Diese kann aber auch weiß oder dunkler gefärbt sein, je nach Entwicklungsstadium © Franziska Becker

Die Verwandlung von der Larve bis zur flugfähigen Hainschwebfliege dauert mehrere Tage. Ist sie geschlüpft, ernährt sie sich nicht mehr von Blattläusen, sondern von Nektar und Pollen. Da sie keinen langen Saugrüssel hat, braucht sie Pflanzenarten, bei denen der Nektar und der Pollen gut erreichbar sind und nicht tief im Blütenkelch verborgen liegen. Deshalb ist sie vor allem auf Doldenblütlern, wie der Wilden Möhre und auf Korbblütlern, wie dem Wiesen-Pippau zu finden.

Schwebfliegen5
Die Hainschwebfliege ist sehr häufig an Doldenblütlern und Korbblütlern, wie dem Wiesen-Pippau zu entdecken © Franziska Becker

Schwebfliegen und besonders die bei uns in Deutschland häufig zu beobachtenden Hainschwebfliegen sind also alles andere als gefährlich, sondern sehr nützlich. Sie vertilgen als Larven hunderte von Blattläusen und bestäuben als erwachsene Insekten die Blüten, da sie sich von Nektar und Pollen ernähren.