Spitzwegerich – Heilpflanze und Insektenmagnet

Spitzwegerich (Plantago lanceolata) wächst mit seinen länglichen Blättern meist ganz unscheinbar auf Wiesen, an Wegesrändern und im Garten. Doch wenn er seine langen Blütenstiele austreibt und die längliche Blüte erscheint, wird er zum auffälligen Insektenmagnet.

Spitzwegerich – wertvolle Wildstaude

Der Spitzwegerich wächst bevorzugt an sonnigen Standorten, kann aber auch im Halbschatten und sogar im lichten Schatten wachsen. Er ist eine mehrjährige Wildstaude. Dort wo er sich angesiedelt hat, treibt er zunächst eine Blattrosette aus. Die Blattform ist schmal-lanzettähnlich mit gut sichtbaren Blattadern. Seine 20 cm bis 25 cm langen Blätter werden in der Heilkräuterkunde für unterschiedliche Anwendungen verwendet. So helfen sie beispielsweise äußerlich angewendet bei Insektenstichen oder als Tee gegen Husten.

Die Blüten für Insekten

Die Blüten der einheimischen Pflanze zeigen sich meist von Mai bis in den September hinein. Sie sind für Insekten ein wahrer Magnet! Besonders kleine Käfer, solitäre Wildbienen und Schwebfliegen können an den bräunlichen Blüten mit den langen weißen Staubfäden und dem gelben Pollen beobachtet werden. Aber der Spitzwegerich hat eine noch viel größere Bedeutung für die Insektenwelt! Denn mehr als 30 Tag- und Nachtfalterarten brauchen ihn für ihre Raupen als Futterpflanze. Einige von den Schmetterlingsarten sind sogar in ihrem Bestand bedroht und ernähren sich oligophag oder sogar monophag. Das bedeutet sie sind auf das Vorkommen des Spitzwegerichs angewiesen.
Nach der Blüte bilden sich die Samen, die als Nüsschen bezeichnet werden. Diese sind für kleine Säugetiere und samenfressende Wildvögel eine wichtige Nahrungsquelle.
Die heimische Pflanze kann sich sowohl über die Pflanzensamen, als auch über Wurzelsprosse verbreiten. Längere Trockenphasen übersteht der Spitzwegerich dank seines verzweigten Wurzelsystems gut.

Der Spitzwegerich ist also eine überaus bedeutsame Wildstaude mit heilenden Kräften und wichtigem Pollen für unterschiedliche Insektenarten. Zudem bietet er Schmetterlingsarten die Nahrungspflanze der Raupen. Im Garten wächst er gerne in der Sonne und hat ein weit verzweigtes Wurzelsystem, doch auch in einem Pflanztopf können wir die unkomplizierte Pflanze ansiedeln und somit auch auf dem Balkon etwas zur Artenvielfalt beitragen!

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