Wilde Pflanzen – kleine Blüten, große Wirkung

Während wir die verblühten und vertrockneten Pflanzenstängel haben stehen lassen und damit bereits etwas positives für die Artenvielfalt tun konnten, gibt es genau jetzt noch etwas weiteres, die Artenvielfalt zu fördern: Die wilden Pflanzen zulassen! Für viele ist das schon längst klar, doch einige brauchen noch etwas Mut, Wissen und sogar ein Umdenken, dass die Pflanzen, die häufig als „Unkraut“ in Verruf geraten sind, genau die Pflanzen sind, die es zu erhalten und zu fördern gilt!

Wilde Pflanzen – Nektar und Pollen

Für Insekten bieten die wilden Pflanzen, wie Löwenzahn, Hirtentäschel und Knoblauchsrauke eine essentielle Nahrungsquelle. Bei vielen wilden Pflanzen erscheinen die Blüten nicht so opulent, doch haben viele von ihnen einen hohen Nektar- und Pollenwert! Einige der Pflanzenarten, wie die Knoblauchsrauke, blühen bereits ab April. Also für die früh fliegenden Insekten überaus wichtig!Sie treibt an Blütentrieben, die aus den Blattachseln wachsen neben dem Hauptblütentrieb noch weitere Blüten aus. Sogar während schon die Samen in den Schötchen reifen, zeigen sich neue Blütentriebe mit den kleinen, weißen Blüten. Die vielen kleinen Blüten setzen sich dann zu einem zarten, kleinen Blütenmeer zusammen. Besonders für kleine Wildbienen, Käfer und Schwebfliegen sind die Blüten mit ihrem gut zu erreichenden Nektar und Pollen überlebenswichtig. Aber auch große Hummelköniginnen nehmen die rosafarbenen Blüten des Ruprechts-Storchschnabels gerne an.

Das Besondere ist, dass sich die wilden Pflanzen von ganz alleine ansiedeln! Da braucht nichts ausgesät oder extra gekauft werden. Wer für seinen Rasen einen Mehrwert sucht, der lässt einfach Gundermann, Kleine Braunelle oder Duft-Veilchen wachsen und blühen. Das bedeutet natürlich weniger mähen, damit die Pflanzen nach der Blüte auch ihre Samen ausreifen können! Das ist nämlich das natürliche Futter von samenfressenden Wildvögeln. Kleine Blüteninseln, die kaum gemäht werden, in denen dann auch die Gräser höher zu einer Wiese wachsen dürfen, bieten ein regelrechtes Kleinstbiotop und einen Rückzugsort für Insekten. Eine kleine, geeignete Stelle oder ein Bereich, der nicht als Laufweg genutzt wird reicht dafür erstmal vollkommen aus. Das Zulassen und fördern der wilden Pflanzen funktioniert übrigens auch in einem Pflanztopf auf dem Balkon. Denn die wilden Pflanzen tauchen auch in den Töpfen auf!

Mit Wissen, Gelassenheit und etwas Geduld

Das Zulassen und Stehenlassen der wilden Pflanzen mit ihren unterschiedlichen Blütenformen und -farben, wie Löwenzahn, Knoblauchsrauke und Hirtentäschel sieht nicht nur schön aus im Beet, im Topf oder auch im Rasen, sondern hilft den Insekten und sogar Wildvögeln! Die Blüten der Wildpflanzen sind häufig kleiner, doch sind diese besonders wertvoll. Schwebfliegen und Käfer finden hier gut erreichbaren Pollen. Auch kleine solitäre Wildbienen saugen den Nektar. Wer den Wert der wilden Pflanzen erkannt hat, kann sich glücklich schätzen! Denn hier beweist der Gartenbesitzer oder die Balkonbesitzerin ihr Wissen und ihr zukunftsorientiertes und nachhaltiges Handeln für die Artenvielfalt!

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