Zitronenfalter und die Bedeutung der spätblühenden Pflanzen

Wer an den Herbst und Winter denkt, dem fallen vermutlich buntes Laub oder Schnee und Frost ein. Schmetterlinge zählen zumeist nicht zu den allerersten Assoziationen. Doch der Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni) überwintert als einer der wenigen heimischen Schmetterlinge als erwachsener Falter. Und das mit einer ganz faszinierenden Strategie.

Zitronenfalter – Sommerruhe und Winterstarre

Der tagaktive Schmetterling schlüpft im Sommer als erwachsener Falter, nachdem er als Raupe am Faulbaum oder an Kreuzdorngewächsen gefuttert hat. In unseren gemäßigten Breiten fliegt er meist in nur einer Generation. Als frisch geschlüpfter Zitronenfalter legt er sodann eine Sommerruhephase ein. Je nach Witterung fliegt er meist erst wieder ab September. Deshalb sind spät im Jahr blühende Pflanzen mit genügend Nektar überlebenswichtig für diesen Schmetterling! An kalten Tagen im Herbst zieht sich der Zitronenfalter an geschützte Orte zurück. Sonnige und mildere Tage werden für die Nektaraufnahme genutzt. Deshalb kann er durchaus auch im Oktober oder sogar im November umherfliegen. Sinken die Temperaturen im Winter dann unter den Gefrierpunkt, fällt der Falter in eine Winterstarre mit eingebautem Frostschutzmittel. Dieses besteht aus Zuckeralkoholen wie Glycerin, die ihn vor der Kälte und vor dem Frost schützen. So kann er in der Vegetation, zum Beispiel unter den Blättern von wintergrünen Pflanzen den Winter überstehen. Steigen die Temperaturen im Spätwinter und Frühling allmählich und dauerhaft wieder an, erwacht er aus seiner Winterstarre und fliegt als einer der ersten Schmetterlinge umher, auf der Suche nach Nektar und einem Partner oder einer Partnerin. Denn die Paarung und die Eiablage an den Nahrungspflanzen erfolgt erst nach der Überwinterung.

Spätblühende Pflanzen für viele Insektenarten

Doch nicht für für den Zitronenfalter sind diese spätblühenden Pflanzen essentiell. Auch Hummelköniginnen, Schwebfliegen und andere Insektenarten sind auf der Suche nach blühenden Pflanzen mit Nektar und Pollen. Mit den wilden Pflanzen aus der Familie der Korbblütler, wie Schafgarbe oder den leuchtend gelben Blüten vom Löwenzahn, können wir diese Insekten unterstützen.

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