Das Kletten-Labkraut – Zeigerpflanze und Raupenfutter

Das Kletten-Labkraut (Galium aparine) können wir mit seinen grünen Blättern im Garten und am Wegesrand finden. Es hat gute Erkennungsmerkmale, die wir nicht nur sehen, sondern auch ertasten können.

Kletten-Labkraut-Pflanze
Das Kletten-Labkraut wächst am Boden liegend oder empor klimmend © Franziska Becker


Da ist der vierkantige Stängel, der kleine borstige Kletthaare aufweist. Auch die Blätter haben diese Kletthaare, sowie eine kleine Spitze am oberen Blattrand. Wenn wir die Blätter oder Pflanzenstängel berühren, fühlen sich diese klebrig an. Die Blätter treibt es entweder schon im Herbst aus oder ab März.
Das Kletten-Labkraut, das ich so entdeckt habe, hatte Wuchshöhen von rund 40 cm. In der Literatur sind aber sogar Angaben von über 150 cm zu finden!
Es wächst am Boden liegend oder empor klimmend an anderen Pflanzen. Hier hält es sich als sogenannter Spreizklimmer mit den borstigen Härchen teilweise an anderen Pflanzen fest. Die einheimische und ungiftige Pflanze blüht mit kleinen weißen Blüten meist ab Mai. Die Blüten sind recht klein und zunächst relativ unscheinbar. Sie werden beispielsweise von Schwebfliegen angeflogen. An die Lichtverhältnisse stellt es keine hohen Ansprüche. Es wächst im lichten Schatten, im Halbschatten und an vollsonnigen Standorten mit einem frischen Boden.

Die Blüte vom Kletten-Labkraut ist auf den ersten Blick relativ unscheinbar © Franziska Becker

Ökologisch wertvolles Kletten-Labkraut

Als „Acker-Unkraut“ ist das Kletten-Labkraut einigen bekannt und auch im Garten und auf dem Balkon ist es eher als „Unkraut“ verrufen.
Doch es ist nicht nur für uns wertvoll, sondern auch für viele Insekten. Wo es sich von alleine ansiedelt und gut wächst, zeigt es uns einen sehr stickstoffreichen Boden an. Durch seinen Wuchs schützt es den Boden vor Austrocknung durch die Sonne und gibt kleinen Insekten Versteckmöglichkeiten. Zudem gilt es für mindestens 40 Insektenarten als Futterpflanze! Hiervon sind einige monophag, also auf das Vorkommen des Kletten-Labkrautes und der mit ihm sehr eng verwandten Labkrautarten, angewiesen. Beispielsweise bestimmte Käferarten und die Raupen des oligophagen Taubenschwänzchens.

An Standorten, an denen es wächst und wachsen darf, ist es somit eine wichtige Zeigerpflanze für uns und eine wertvolle Pflanze für unterschiedliche Insekten, wie für die Raupen von Nachtfaltern.