Die Knoblauchsrauke – Zweijährige Raupenfutterpflanze

Zu finden ist die Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata) an Wald- und Wegesrändern und im Garten. Der Halbschatten und sogar der lichte Schatten sind ihre bevorzugten Standorte. Wenn wir sie dort mit ihren Blüten entdecken, ist es schon ein Jahr her, dass sie hier zum ersten Mal Wurzeln geschlagen hat. Denn die Knoblauchsrauke ist eine zweijährige Pflanze. Im ersten Jahr bildet sie ihre rundlichen und dunkelgrünen Blätter aus, die sich nah am Erdboden befinden. Sie sind gut an dem leicht gewellten Blattrand zu erkennen. Beim Zerreiben der jungen Blätter duften diese nach Knoblauch.

Blattrosetten der Knoblauchsrauke
Die Blätter haben einen gewellten Blattrand und duften beim Zerreiben nach Knoblauch © Franziska Becker

Im darauffolgenden Frühling treibt sie einen Blütenstängel aus. Dieser kann Wuchshöhen von über 100 cm erreichen. An ihnen erscheinen die kleinen, weißen Blüten. Die Blätter an den Blütenstängeln sind nicht mehr rundlich und mit einem gewellten Rand, sondern spitz zulaufend mit gezacktem Blattrand.

Knoblauchsrauke mit Blütenstängeln
Die Blätter an den Blütenstängeln sind spitz zulaufend und an dem Blattrand gezackt © Franziska Becker

Die Knoblauchsrauke – Wichtige Raupenfutterpflanze und Nektar- und Pollenquelle

Mit ein bisschen Glück, können wir an der Knoblauchsrauke einen kleinen Tagfalter entdecken. Er hat grau-schwarze Flügelspitzen und sieht auf den ersten Blick aus, wie der Kleine Kohlweißling. Doch schauen wir uns die Flügelunterseite genauer an, fällt das grün-weiße Muster an den Hinterflügeln auf. Es ist eindeutig ein Aurorafalter. Pro Jahr fliegen sie mit nur einer Generation und seit einigen Jahren sind immer weniger von ihnen zu beobachten.

Aurorafalter an der Knoblauchsrauke
Das Aurorafalter-Weibchen legt die Schmetterlingseier an den Blättern der Knoblauchsrauke ab © Franziska Becker

Das Aurorafalter-Weibchen legt je Pflanze meist nur ein Ei ab. Die Raupe verpuppt sich noch im Jahr der Eiablage, meist direkt an ihrer Futterpflanze und überdauert als Puppe den Winter. Erst im darauffolgenden Frühling schlüpft der erwachsene Aurorafalter. Auch für unterschiedliche Nachtfalterarten ist die Knoblauchsrauke eine wichtige Raupenfutterpflanze. Die kleinen, weißen Blüten bieten darüber hinaus wertvollen Nektar und Pollen. Das Aurorafalter-Weibchen tankt hier Energie, genauso wie unterschiedliche Insekten, wie die solitären Wildbienen.

Wildbiene an der Knoblauchsrauke
Solitäre Wildbienen sind häufig an den Blüten zu beobachten © Franziska Becker

Mit der Ansiedlung oder dem Erhalt der Knoblauchsrauke im Garten oder auf dem Balkon tragen wir dazu bei, dass zukünftig wieder mehr von den schönen Tagfaltern umherfliegen und unterschiedliche Insekten, wie die solitären Wildbienen, ausreichend Nektar und Pollen finden.