Pflanzen-Ausläufer – Die vegetative Pflanzenvermehrung

Der Frühling und der Sommer liegen allmählich hinter uns. Doch auch jetzt im Herbst, gibt es einige Dinge im Garten und auf dem Balkon zu tun. Zum Beispiel Ausläufer schneiden und neu einpflanzen. Viele Pflanzen bilden Wurzelausläufer. Das heißt, die Mutterpflanze bildet einen langen Trieb aus, mit dem sie neues Terrain erobert. An diesem langen Pflanzentrieb entstehen aus kleinen Knotenpunkten neue Blätter und zugleich kleine, neue Wurzeln. Mit diesen kann sich der Ausläufer-Trieb auch selbst ernähren.

Kleine Ableger von Pflanzen, die ganz unkompliziert umgepflanzt werden können, bieten zum Beispiel der Gundermann (Glechoma hederacea), die Wald-Erdbeere (Fragaria vesca) und das Orangerote Habichtskraut (Hieracium aurantiacum).
Der Gundermann bildet oberirdische, lange Ausläufer, an denen die neuen Blätter erscheinen. Sie zu finden und am geeigneten Punkt von der Mutterpflanze abzuschneiden, ist nicht schwierig. Fassen wir die Triebe vorsichtig an und ziehen sie, können wir so noch nicht fest verwurzelte Ausläufer an einem Stück herausnehmen. An dem ausgewählten Standort legen wir den Trieb auf den Erdboden oder im Topf auf die Pflanzerde und bedecken die Knoten an denen schon die neuen Blätter erschienen sind mit Erde.

Gundermann-Ausläufer
Gundermann-Ausläufer bereit zum Einpflanzen © Franziska Becker

Die Wald-Erdbeere wächst vorwiegend an schattigen und halbschattigen Standorten. Sie bildet lange oberirdische Ausläufer, wie der Gundermann. Auch hier bedecken wir die knotigen Teile des Triebes nach dem Umpflanzen mit Erde.

Wald-Erdbeere Ausläufer
Die Wald-Erdbeere kann mit ihren Ausläufern gleich an einen neuen Standort gepflanzt werden © Franziska Becker

Orangerotes Habichtskraut mit unterirdischem Ausläufer

Das Orangerote Habichtskraut bildet hingegen unterirdische Ausläufer und treibt an den neuen Stellen zunächst die behaarte Blattrosette aus. Da wir nicht genau wissen, wie viel Wurzelmasse wir nun entfernt haben, pflanzen wir es am besten zunächst in einen kleinen Anzuchttopf mit nährstoffarmer Pflanzerde. Damit regen wir das Wurzelwachstum an. Weist der Trieb genug Wurzeln auf, können wir es gleich an einen sonnigen bis halbschattigen Platz, direkt in den Garten oder auch in einen Pflanztopf pflanzen.

Orangerotes Habichtskraut Trieb
Das Orangerote Habichtskraut bildet unterirdische Ausläufer © Franziska Becker

Haben wir die Ableger eingepflanzt, gießen wir sie gut an und achten in den ersten Tagen nach dem Pflanzen darauf, dass die Erde nicht austrocknet. So haben wir mit geringem Aufwand kahle Flächen oder freie Stellen in den Pflanztöpfen mit den Ausläufern bepflanzt. Die drei vorgestellten Pflanzen sind so robust, dass sie das Umpflanzen beim beachten der wenigen Hinweise sehr gut überstehen und in kürzester Zeit den neuen Standort für sich erobern.